08 Dezember 2006

Zypries: § 131 StGB garantiert strafrechtlichen Schutz vor Killerspielen

Presseerklärung - Berlin, 8. Dezember 2006

„Das Strafgesetzbuch gewährleistet mit § 131 StGB den notwendigen Schutz vor Killerspielen“, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in der aktuellen Debatte um Amokläufe. „Es besteht keine Strafbarkeitslücke. Seit der Gesetzesänderung 2004 kann wirksam gegen die Verbreitung von Killerspielen vorgegangen werden. Voraussetzung ist, dass die Spiele grausame Gewalttätigkeiten verherrlichend darstellen. Unter Schriften versteht das Gesetz auch Datenspeicher. Aktuelle Forderungen der Minister Beckstein und Schünemann bringen keinen strafrechtlichen Mehrwert“, betonte Zypries.

§ 131 Gewaltdarstellung (www.gesetze-im-internet.de/stgb/__131.html)
(1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,

1.verbreitet,
2.öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
3.einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
4.herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.
(4) Absatz 1 Nr. 3 ist nicht anzuwenden, wenn der zur Sorge für die Person Berechtigte handelt; dies gilt nicht, wenn der Sorgeberechtigte durch das Anbieten, Überlassen oder Zugänglichmachen seine Erziehungspflicht gröblich verletzt.

05 Dezember 2006

Präsidentschaftswahl in Venezuela 2006

Caracas (Venezuela), 05.12.2006 – Am Sonntag, den 3. Dezember fand in Venezuela eine Präsidentschaftswahl statt. Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellten einen friedlichen Verlauf der Wahlen fest, nur vereinzelt sei es zu Zwischenfällen gekommen. Der Andrang der Wähler war bereits in den frühen Morgenstunden sehr hoch, insgesamt 15,9 Millionen Menschen konnten ihre Stimme abgeben.

An den 33.000 Wahllokalen wurde eine hohe Wahlbeteilung registriert. Das war bei den Parlamentswahlen im Jahr 2005 noch ganz anders. Vor einem Jahr waren nur 30 Prozent der Menschen zur Wahl gegangen, da die Opposition zu einem Boykott aufgerufen hatte.

Der Kandidat mit den höchsten Chancen auf den Sieg – so vermeldeten es die Umfragen vor der Wahl – war der Amtsinhaber Hugo Chávez. Er ist seit 1999 Präsident dieses Landes und Sozialist. Die Opposition einigte sich auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten, den Sozialdemokraten Manuel Rosales.

Die Politik der letzten Jahre stand seit 1999 im Zeichen der Armutsbekämpfung. Eine UN-Statistik belegt, dass die Politik der ausgedehnten Sozialprogramme anscheinend gegriffen hat. Der Anteil der Armen, die von weniger als 1,60 Euro am Tag leben, ist im letzten Jahr von 32 auf 27,6 Prozent zurück gegangen. Ein konkretes Beispiel ist eine kostenlose medizinische Grundversorgung für Benachteiligte in so genannten Gesundheitszentren. Dort arbeiten kubanische Ärzte. Weiterhin gibt es die „Mercal-Läden“, wo Menschen subventionierte Produkte des täglichen Bedarfs kaufen können. Ihre Bedürftigkeit brauchen sie nicht nachzuweisen.

Das wichtigste innenpolitische Ereignis der letzten Jahre war der Putschversuch des Militärs im Februar 2002. Hugo Chávez gelang es jedoch nach zwei Tagen, wieder an die Macht zurückzukehren. Dem Putsch gingen Proteste durch die Opposition voraus, da einschneidende Gesetzesvorhaben im Bereich der Marktwirtschaft, des Privateigentums und der Agrarstruktur verabschiedet worden waren.

Weiteres markantes Detail der letzten Amtszeit ist der ausgeprägte anti-US-amerikanische Kurs. So unterstützt der venezolanische Präsident das iranische Atomprogramm und kauft Waffen in Russland ein. Er gilt zudem als äußerst scharfer Kritiker von US-Präsident George W. Bush.

Nachdem 78 Prozent der abgegebenen Stimmen ausgezählt waren, gab die Nationale Wahlbehörde bekannt, dass Hugo Chávez 61 Prozent bekommen habe. Der Gegenkandidat kam nach den Angaben der Behörde auf 38 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 62 Prozent.

Einer der ersten Gratulanten war der iranische Außenminister Manucher Mottaki. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert ihn mit den Worten: „Dies ist ein Sieg derer, die nach Freiheit und echter Unabhängigkeit strebten.“ Eric Watnik, ein Sprecher des US-Außenministeriums, nahm am Montag während der täglichen Pressekonferenz kurz zum Ausgang der Wahl in Venezuela Stellung. „Wir freuen uns, die Gelegenheit zu haben, mit der venezolanischen Regierung in Bereichen des gegenseitigen Interesses zu arbeiten“, sagte Eric Watnik, ohne Hugo Chávez explizit zu gratulieren. Der Sprecher des US-Außenministeriums fügte hinzu, die US-Regierung warte noch auf die Berichte internationaler Wahlbeobachter. Der spanische Abgeordnete Willy Meyer, Mitglied der EU-Beobachterdelegation, bezeichnete die Wahl in Venezuela als „massiv, ordentlich und fröhlich“. +wikinews+

  • Venezuela
  • 01 Dezember 2006

    wikinews Dezmeber 2006

    Sonntag, 31. Dezember 2006
    Hinrichtung Saddam Husseins eint Kritiker der Todesstrafe
    Bald auch Euro in Slowenien
    Kurz berichtet:
    155 Kilogramm Feuerwerkskörper in Berlin beschlagnahmt
    Samstag, 30. Dezember 2006

    Saddam Hussein hingerichtet
    Schäuble will Zugriff auf Computer über das Internet
    Anti-Piraterie-Kopierschutz für hochauflösende Speichermedien möglicherweise gehackt
    Metro schließt 15 Wal-Mart-Filialen
    Rätselraten um Hinrichtungstermin Saddams
    Freitag, 29. Dezember 2006
    Sicherungsverwahrung nach sexuellem Mißbrauch einer Achtjährigen
    Weinheim: Zwei Personen an Heiligabend in den Flammen ihres Wohnhauses gestorben
    Mutmaßlicher Attentäter der Bombenanschläge von Mersin gefasst
    Kurz berichtet:
    Krieg in Somalia: Islamisten ziehen sich aus Mogadischu zurück
    Donnerstag, 28. Dezember 2006
    Exoplaneten-Sucher „COROT“ ins All gestartet
    Viele Tote bei Explosion einer Treibstoff-Pipeline in Nigeria
    Eisbären sollen in den USA auf die Liste bedrohter Tierarten
    Mittwoch, 27. Dezember 2006
    Ex-US-Präsident Gerald Ford ist gestorben
    Lokale Tsunamiwarnung nach Erdbeben bei Taiwan
    Tote und Brände in Südwestdeutschland an Weihnachten
    Kurz berichtet:
    CNES will französisches UFO-Archiv öffnen
    Quaero – deutsch-französisches Projekt als Google-Konkurrent gescheitert
    Dienstag, 26. Dezember 2006
    Radio Polonia will Esperanto-Sendungen einstellen
    Kurz berichtet:
    Heilbronn: Tod im Trafohäuschen
    Berufungsgericht bestätigte Todesurteil gegen Saddam Hussein
    Soul-Legende James Brown ist gestorben
    Montag, 25. Dezember 2006
    Flughafen in Bangkok in der Kritik
    Kriegserklärung Äthiopiens gegen somalische Islamisten
    Google Zeitgeist verschweigt Top-Ergebnisse
    Kurz berichtet:
    Neue Vorschriften für private Weltraumflüge
    Sonntag, 24. Dezember 2006
    Familie in Jena soll wieder ins Vogtland abgeschoben werden
    AOK-Kampagne „Gesunde Kinder – gesunde Zukunft“ startet 2007
    Drei Tote bei Unfall mit Gefahrguttransporter
    Schwangere stirbt bei Unfall in Freiburg
    Kaiserslautern: Restaurant ausgebrannt
    Mehrere Schwerverletzte durch Verkehrsunfall bei Kaiserslautern
    Lörrach: Toter bei Wohnungsbrand
    UN-Sicherheitsrat beschloss Sanktionen gegen den Iran

    Hunderttausende in Südostasien auf der Flucht vor Überschwemmungen
    Tödliche Weihnachten: Winter fordert seine Opfer
    Kurz berichtet:
    Mehrere Unfälle und viele Verletzte auf der A2
    Nach 25 Jahren eröffnet wieder ein Kino in Tunceli
    Jimmy Wales sagt Google mit Suchmaschine den Kampf an
    Fahren ohne Führerschein kann tödlich sein
    Geisterfahrer verursacht bei Schweich Verkehrsunfall
    Weitere Kurzberichte
    Samstag, 23. Dezember 2006
    Shuttle mit Thomas Reiter an Bord gelandet
    Freitag, 22. Dezember 2006
    Stoiber-Vertrauter Höhenberger zurückgetreten
    Ludwigswinkel: Ehepaar stirbt bei Wohnhausbrand
    Saparmurat Nijasow ist tot
    Wissenschaftler: Kabeljaubestände trotz veränderter Fangquoten weiter bedroht
    Am Freitag, den 22. Dezember ist Wintersonnenwende
    Kurz berichtet:
    David Irving vorzeitig aus der Haft entlassen
    Donnerstag, 21. Dezember 2006
    Zum 1. Januar 2007 wird EU-Verordnung für kindgerechte Arzneimittel eingeführt
    Eltern in Deutschland werden ab 2007 voraussichtlich weniger Geld haben
    Todesurteil für absichtliche HIV-Infektion in Libyen bestätigt
    Delmenhorster Hotelstreit beendet: Stadt kaufte „Hotel am Stadtpark“
    Kurz berichtet:
    Preiserhöhung bei Kabel Deutschland
    Mittwoch, 20. Dezember 2006
    EU-Chefdiplomat Javier Solana erhält Karlspreis 2007
    Deutscher Spionagesatellit ins Weltall gestartet
    Kurssturz an der Börse in Thailand
    Kurz berichtet:
    Unfall im Tauerntunnel
    Dienstag, 19. Dezember 2006
    Wettbewerb sucht „schönstes bedrohtes Wort“
    Stefan Hentschel ist tot
    Leichtes Erdbeben im Raum Weil am Rhein/Landkreis Lörrach
    Frankfurt am Main: U-Bahn kollidiert mit Müllauto
    Schwere innere Konflikte in Palästina
    Tatverdächtiger der Ipswich-Morde festgenommen
    Kurz berichtet:
    Brand in Hagenthal-le-Bas fordert drei Tote
    Die Polizei: Dein Freund und Helfer
    Montag, 18. Dezember 2006
    Deutschland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft
    Atommüll aus Dresden-Rossendorf nach Russland ausgeflogen
    Rudi-Carrell-Denkmal wird am ersten Todestag in Holland enthüllt
    Todesstrafe in Florida und Kalifornien ausgesetzt
    Keine Kinder mehr bei Kamelrennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten
    Kurz berichtet:
    Rimbach im Odenwald: Polizei sucht Zeugen für Verkehrsunfall
    Sonntag, 17. Dezember 2006
    Straßenkrawalle gegen Räumung eines Jugendhauses in Kopenhagen
    Gefahrenpunkt Kuferzeile an der Gmundner Straßenbahn entschärft

    Wikimedia Foundation startet Spendenaufruf für das Jahr 2007
    Europapokal-Auslosungen bringen schwere Gegner für deutsche Fußball-Bundesligisten
    Schleichwerbeverdacht bei „Wer wird Millionär?“
    Kurz berichtet:
    Schwedisches Kernkraftwerk Forsmark erneut abgeschaltet
    Samstag, 16. Dezember 2006
    Vergewaltiger erschoss sein Opfer – 15 Jahre Haft
    EU-Richtlinie: Hinterer Unterfahrschutz für LKW
    Kamel auf türkischem Flughafen geopfert
    Abgeordneter versuchte Schusswaffe in sächsischen Landtag schmuggeln zu lassen

    BGH bestätigt: Manipulation von Fußballspielen ist Betrug
    Rückblick: 100 Tage Unterrichtsgarantie-Plus
    Ladenschluss fällt auch in NRW
    Kurz berichtet:
    Abhörgeschützter Polizeifunk in Deutschland lässt auf sich warten
    Freitag, 15. Dezember 2006
    Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“
    Elefant „Osama“ zum Abschuss freigegeben
    Scherz des belgischen Fernsehsenders RTBF über Unabhängigkeitserklärung Flanderns rüttelt Belgien auf
    Fall Stephanie: Gericht verhängt Höchststrafe gegen Mario M.
    Delmenhorster Schüler beteiligten sich an der Aktion „Straßenkind für einen Tag“
    „Homo-Gesetz“ auf den Färöern beschlossen

    Ban Ki-moon als neuer UNO-Generalsekretär vereidigt
    Donnerstag, 14. Dezember 2006
    UEFA-Cup: Eintracht Frankfurt scheitert in Gruppenphase
    Berchtesgaden: „Galileo“ erstmals im Feldversuch getestet
    DHB-Pokal Achtelfinale: SC Magdeburg bezwingt den VfL Gummersbach
    Mittwoch, 13. Dezember 2006
    Irritationen nach Olmerts Äußerungen zu israelischen Atomwaffen
    Unbekannter tötete fünf Frauen bei Ipswich
    Fall Stephanie: Staatsanwaltschaft forderte Sicherungsverwahrung
    Siemens-Affäre: Ex-Vorstand Thomas Ganswindt in Haft
    Kurz berichtet:
    Zugunglück auf Brennerlinie
    Dienstag, 12. Dezember 2006
    Ego-Shooter vor dem Aus?
    Überfall in Bohlen-Villa
    Discovery erfolgreich an ISS angedockt – Ablösung für Thomas Reiter
    Zwei junge Frauen nach Entführung und Vergewaltigung verurteilt
    Malaysias Premierminister lobt Thailands Politik in den Südprovinzen
    Montag, 11. Dezember 2006
    Kreis Kaiserslautern: Falsche Polizisten versuchen Festnahme
    Bundespräsident Köhler verlieh erstmals den Deutschen Schulpreis
    Nintendo-Spielekonsole Wii ist auf dem Markt
    Jennifers Mörder bekam Haftstrafe
    Kurz berichtet:
    Nostalgiefahrten 2006 bei der Gmundner Straßenbahn
    Sonntag, 10. Dezember 2006
    Chiles Ex-Diktator Pinochet verstorben
    CDU und CSU stoßen neue Debatte um PKW-Maut an
    Schwerer Brand in Moskauer Krankenhaus fordert zahlreiche Todesopfer
    Tornado durchquerte London
    SC Magdeburg erreicht das EHF-Cup Viertelfinale
    Die wesentlichen Änderungen zum Jahreswechsel 2006/2007
    Spaceshuttle Discovery erfolgreich zu Mission STS-116 gestartet
    Samstag, 9. Dezember 2006
    Vanhanen: Türkisches Angebot in der Zypern-Frage „nicht genug“
    HSV-Sieg durch „Stinkefinger-Affäre“ überschattet
    Die meisten Gefangenen weltweit leben in US-Gefängnissen
    Sturm verursacht Sachschäden in Rheinland-Pfalz und sorgt für Stromausfälle in Frankreich
    Kommt in Deutschland Gesetz zum Verbot von „Killerspielen“?

    Vorerst keine bundeseinheitliche Regelung zum Nichtraucherschutz
    SV Babelsberg ist Herbstmeister der Oberliga Nordost (Staffel Nord)
    Kurz berichtet:
    Schafft Rheinland-Pfalz die Hauptschule ab?
    Freitag, 8. Dezember 2006
    Ortsumgehung Mühldorf der Bundesautobahn 94 eröffnet
    Verbraucherinformationsgesetz: Bundespräsident Köhler verweigert erneut Unterschrift unter einer Gesetzesvorlage
    Klima: Immer weniger Schnee in den Alpen
    Shuttle-Start verschoben
    Donnerstag, 7. Dezember 2006
    Amoklauf angekündigt: Suche nach Schüler in Baden-Württemberg
    EU-Knöllchen-Abkommen tritt 2007 in Kraft
    Nachgewiesen: Pflanzliche Kommunikation im Maisfeld

    Die Lufthansa vergibt Großauftrag an Boeing
    Kurz berichtet:
    Schwerer Busunfall bei Ludwigshafen
    Niedersächsische Atomkraftgegner drangen in den Landtag ein
    Mittwoch, 6. Dezember 2006
    NASA findet Anzeichen von fließendem Wasser auf dem Mars
    Amerikanisch-Samoa: Rufe nach vollständiger Autonomie werden lauter
    Studenten aus ganz Deutschland äußern sich in Magdeburg zur Globalisierung
    Saudi-Arabien: Human Rights Watch ist zu Besuch
    Kurz berichtet:
    Deutschland-Cup HipHop 2006 lockte nach Gelsenkirchen
    Dienstag, 5. Dezember 2006
    In Deutschland sind 13 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet
    Militär übernimmt Macht auf den Fidschi-Inseln

    NASA plant permanent bemannte Mondstation
    Delmenhorster Hotelstreit: „Fünf Zentimeter vor der Ziellinie“
    Präsidentschaftswahl in Venezuela 2006
    ARCA meldet den ersten erfolgreichen Testflug
    Proteste gegen Gesundheitsreform: Bundesweit zehntausende Arztpraxen geschlossen
    Kurz berichtet:
    Eintracht Frankfurt besiegt Alemannia Aachen
    Johannes Heesters feiert seinen 103. Geburtstag
    Montag, 4. Dezember 2006
    Anzeichen für einen bevorstehenden Militärputsch in Fidschi
    Im indischen Bhagalpur begrub ein Brückenteil einen Zug unter sich
    Eurostat meldet Rückgang der Arbeitslosigkeit in der EU
    Bundestag gibt grünes Licht für Antiterrordatei
    Bild:Karlsruher SC Logo 3D.svg
    Karlsruher SC kassiert erste Saisonniederlage
    Taifun fordert mehrere hundert Tote auf den Philippinen
    Rupert Stadler wird Nachfolger von Martin Winterkorn bei Audi
    Sonntag, 3. Dezember 2006
    Chile: Ex-Diktator Pinochet in Lebensgefahr
    Katar unterstützt Palästinenser monatlich mit über 20 Millionen US-Dollar
    Thailand bricht Patentschutz für Merck-Aids-Medikament Efavirenz
    EADS genehmigt Entwicklung des Airbus 350
    SC Magdeburg steht mit einem Bein im Viertelfinale des EHF-Cups
    Demonstration gegen die Streichung von Arbeitsplätzen im Brüsseler VW-Werk

    Beschlagnahmtes Dönerfleisch aus Braunschweig war ungenießbar
    Schneesturm im Mittleren Westen der USA
    Kurz berichtet:
    Verkehrsunfall in Kaiserslautern: Glück im Unglück
    Samstag, 2. Dezember 2006
    Hamburger Ex-Senator Schill wird als Zeuge polizeilich gesucht
    Blauzungenkrankheit erstmals in Luxemburg festgestellt

    Schweden: Wird der traditionelle Julbock bis Weihnachten stehen?
    November 2006: Papst besuchte die Türkei
    Hansa Rostock erreicht neuen Vereinsrekord
    Bundesweiter Protesttag am 4. Dezember 2006
    Hessen hebt Ladenschlussgesetz teilweise auf
    Rauchen verboten – in öffentlichen Gebäuden und Restaurants, aber nicht in Kneipen

    Welt-Aids-Tag 2006 – Die Situation in Deutschland
    Freitag, 1. Dezember 2006
    Ausbruch einer Vogelseuche in Kaiserslautern
    British Airways warnt Kunden vor möglicher Kontaminierung mit radioaktivem Material
    Task Force des Deutschen Fußballbundes
    Nach der Schießerei in Emsdetten: Einflussnahme auf Websites
    Iserlohn: Mutmaßlicher Täter im Doppelmordfall freigesprochen
    Kurz berichtet:
    Kreis Kusel: Großwildjagd zur Mittagszeit
    Kalübbe: Abwasserpumpen defekt

    29 November 2006

    Angeklagte zahlen 5,8 Millionen Euro – Mannesmann-Prozess eingestellt

    Düsseldorf (Deutschland), 29.11.2006 – Das Düsseldorfer Landgericht stellte heute den so genannten Mannesmann-Prozess ein. Die Angeklagten hatten sich zur Zahlung von 5,8 Millionen Euro an Wohltätigkeitsorganisationen und in die Staatskasse bereit erklärt.

    Einer der spektulärsten deutschen Wirtschaftsprozesse endete so zwar nicht mit einem Freispruch. Die Angeklagten – Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der ehemalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel sowie Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser – können den Gerichtssaal jedoch nun als juristisch unbelastete Personen verlassen. Ackermann hätte mit einer Vorstrafe wahrscheinlich nicht Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank bleiben können. Den größten Anteil der Zahlungen leistet Josef Ackermann mit 3,2 Millionen Euro, Klaus Esser zahlt 1,5 Millionen Euro. Richter Drees sagte zur Begründung der Verfahrenseinstellung, es bestehe kein öffentliches Interesse an einer weiteren Strafverfolgung.

    Der Prozess sollte klären, inwiefern den Angeklagten im Zusammenhang mit der feindlichen Übernahme des Röhren- und Telekommunikationskonzerns Mannesmann durch Vodafone Untreue vorzuwerfen sei. In ihrer damaligen Eigenschaft als Mitglieder des Aufsichtsrates sollten sie für ihre Zustimmung zur Zahlung von Abfindungen in Höhe von 60 Millionen Euro an die damaligen Manager des Mannesmannkonzerns zur Rechenschaft gezogen werden. Ein erster Freispruch durch das Landgericht Düsseldorf war in einer Revisionsverhandlung auf Betreiben der Bundesanwaltschaft vom Bundesgerichtshof (BGH) zunächst aufgehoben und an das Düsseldorfer Landgericht zurückverwiesen worden. Das zweite Verfahren wurde Ende Oktober eröffnet.

    Der Ausgang des Prozesses traf in der deutschen Öffentlichkeit auf ein unterschiedliches Echo. Die Deutsche Bank freute sich, „dass Herr Dr. Ackermann mit voller Kraft den erfolgreichen Kurs der Deutschen Bank weiterführen wird“, so Aufsichtsratschef Clemens Börsig. Kommentatoren der FAZ und des Handelsblatts bezeichneten die Einstellung des Verfahrens vor dem Hintergrund der geleisteten Zahlungen als „modernen Ablasshandel“. Es wird darauf verwiesen, dass die Geldstrafe trotz ihrer augenscheinlichen Höhe für den Chef der Deutschen Bank kein wirkliches Problem darstelle. Ackermann gab sein Jahreseinkommen bei der Bank selbst mit 11,9 Millionen Euro an. Experten erwarten immerhin, dass als Folge des Mannesmann-Prozesses die finanziellen Anreize für Manager im Übernahmepoker sinken werden und entsprechend deren Neigung, die von ihnen geführten Unternehmen zu verkaufen. Politiker kommentierten das Ende des Prozesses ebenfalls. Peter Ramsauer, CSU-Landesgruppenchef im Deutschen Bundestag, sagte: „Wie eine solche Freikaufaktion auf das gesunde Rechtsempfinden der Menschen im Lande wirkt, so wirkt es auch auf mich.“ Matthias Berninger, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Deutschen Bundestag, teilt diese Skepsis seines CSU-Kollegen. Seiner Meinung nach untergräbt das Ende des Verfahrens das Vertrauen in den Rechtsstaat. +wikinews+

    25 November 2006

    EU-Drogenbericht: Cannabis hält den ersten Platz

    Brüssel (Belgien), 25.11.2006 – Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD), eine Einrichtung der Europäischen Union, veröffentlichte gestern ihren Jahresbericht 2006 über den Stand der Drogenproblematik in Europa. Cannabis nimmt nach wie vor Platz eins im Handel mit illegalen Drogen ein. An zweiter Stelle liegt Kokain. Bei Jugendlichen sind vor allem Ecstasy und andere Amphetamine weiterhin im Gebrauch. Die Zahlen stiegen aber nicht weiter. Sinkende Preise für Heroin erleichtern zwar einerseits die Verfügbarkeit dieser Droge, ein wesentlicher Anreiz für einen steigenden Konsum entstand daraus bisher jedoch nicht. Entwarnung kann dennoch nicht gegeben werden. Nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan stieg die Produktion von Opium – dem Grundstoff für die Heroinherstellung – in diesem Land so stark, dass das weltweite Angebot an Heroin die Nachfrage überstieg. Der Einfluss dieses Überangebots auf die Entwicklung des Drogenkonsums bleibt abzuwarten. Der Leiter des EBDD, Wolfgang Gotz dazu: „Die Entwicklungen in dem Land können einen Einfluss auf das Drogenproblem haben, mit dem wir zukünftig in Europa konfrontiert sein werden.“

    Obwohl die Zahl drogenbedingter Todesfälle in den letzten Jahren zurückgegangen war, stieg der entsprechende Wert im Jahr 2004 wieder leicht an. Gegenwärtig liegt der geschätzte Anteil der Drogentoten durch Überdosen und andere Ursachen an der Gesamtsterblichkeit von Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahren bei 23 Prozent. Weiterhin werden in Europa auch die weltweit höchsten Quoten der Beschlagnahmung von Heroin verzeichnet. Der Heroinerstkonsum ist indes rückläufig. +wikinews+

    24 November 2006

    Deutsche Juden gehen auf Distanz zu Israels Politik

    Berlin (Deutschland), 24.11.2006 – Online-Petition für den Frieden im Nahen Osten: Rolf Verleger, Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland, appelliert mit der am 22. November 2006 veröffentlichten Berliner Erklärung „Schalom 5767“ an die Bundesregierung, endlich eine aktive Rolle zur friedlichen Lösung des Nahostkonflikts einzunehmen. Die israelische Kriegs- und Besatzungspolitik dürfe von Deutschland nicht länger unterstützt werden. Diese Erklärung steht als Online-Petition im Internet unter >www.schalom5767.de zur Verfügung. Verleger erklärt: „Mein Ziel sind eine Million Unterschriften. Wir können damit etwas bewirken!“

    Mehr als 60 jüdische Menschen aus Deutschland sind Erstunterzeichnende des Aufrufs. Sie stellen sich damit gegen die offizielle jüdische Meinung und fordern auf, sich für ein unabhängiges Palästina einzusetzen, als unabdingbare Voraussetzung für Frieden und Gerechtigkeit.

    Am 23. Juli 2006 hatte Verleger einen Brief an das Präsidium des Zentralrats geschrieben, in dem er Israels militärische Maßnahmen gegen den Libanon kritisierte und für eine friedliche Lösung des Palästinakonflikts plädierte. Aufgrund dieses Briefs setzte ihn am 9. August seine Jüdische Gemeinde Lübeck als Vorsitzenden des Landesverbands Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein ab. ++

  • Nahost
  • Kein Anspruch auf Befreiung vom Ethikunterricht

    Pressemitteilung - 46/2006 Berlin, den 24.11.2006

    Das Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg hat den Anspruch einer Schülerin auf Befreiung vom Ethikunterricht verneint und damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin bestätigt.

    Der Ethikunterricht ist an den öffentlichen Schulen im Land Berlin zum Schuljahr 2006/2007 als ordentliches Lehrfach für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 eingeführt worden. Von der Teilnahme an dem Unterricht kann nur aus wichtigem Grund befreit werden. Nach Auffassung des zuständigen 8. Senats lag ein solcher Grund in dem zu entscheidenden Fall nicht vor. Die Pflicht der Schüler zur Teilnahme an dem bekenntnisfreien, also religiös und weltanschaulich neutralen Ethikunterricht verletze insbesondere weder das Grundrecht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit noch das elterliche Erziehungsrecht. Die Religionsfreiheit einschließlich der Vermittlung ethischer Werte in christlichem Glauben werde durch das Angebot freiwilligen schulischen Religionsunterrichts unverändert gewahrt.

    Beschluss vom 23. November 2006 - OVG 8 S 78.06 –

    23 November 2006

    Bagdad: Mehr als 150 Tote bei schwerer Anschlagsserie

    Bagdad (Irak), 23.11.2006 – Mehr als 150 Tote sind die Bilanz einer Serie von Anschlägen im Bagdader Schiiten-Vorort Sadr-City. Laut dem Brigadegeneral des Innenministeriums sind 201 weitere Irakis verletzt worden. Insgesamt sechs Autobomben seien explodiert, eine weitere sei rechtzeitig entschärft worden, außerdem seien Mörsergranaten eingesetzt worden. +wikinews+

    17 November 2006

    Exitus von EXIT-Deutschland ?

    Die Streichung der EXIT-Gelder wird keine böse Absicht sein, aber zeugt von Unverstand für die Aussteigerproblematik und typischer Sparpolitik, die leichter an solchen Zuschüssen streichen kann als an Beamtenstellen.

    Allerdings dürfte im Unterschied zu Streichungen im Kulturbereich durch die Streichung bei EXIT der Spareffekt noch zweifelhafter sein, denn die Kosten, die bei EXIT im Mix professioneller und ehrenamtlicher Arbeit entstehen, würde durch amtliche Sozialarbeit besorgt werden müssen, wäre erheblich teurer bzw. wird ausfallen, ist m.E. überhaupt gar nicht möglich und erzeugt in anderen Ressorts (z.B. Justiz und Strafvollzug) ungleich höhere Folgekosten.

    "Warum kann das kein Amt leisten?"

    Die Hoffnungen von Sparpolitikern ist realitätsfern, dass die EXIT-Arbeit von Ämtern gewährleistet werden könne, weil solch eine Arbeit eine vom Staat unabhängige Organisationsform braucht, um als Ansprechpartner für Aussteiger überhaupt in Frage zu kommen, insbesondere wenn es sich um jugendliche Straftäter handelt.

    Wäre die EXIT-Arbeit eine Sache der behördlichen Dienste, so würde das Projekt durch die Regelwerke der Amtshilfe unweigerlich zu Strafverfolgungszwecken umfunktioniert, denn vieles ist "nicht ohne", was da verlassen wird und jeder Amtsmensch würde um seine Rente fürchten, wenn er seinen Vorgesetzten und der seinen Politikern "verheimlicht", was ihm anvertraut werden müsste, damit die erforderliche Hilfe gewährt wird. Eine endlose der Kette von "Verantwortungsträgern", die nicht für sich behalten dürfen, was auch die Entscheidungen verschleppt, woran jede Intervention ebenfalls, also nicht nur am Vertrauensbruch, scheitern würde.

    Wenn es EXIT nicht mehr gibt - und das Aufkommen privater Spenden dürfte für solch ein Projekt nicht hinreichen, dann würde das für uns bedeuten, dass wir dort niemanden mehr hinschicken könnten, der sich bei uns meldet und "nicht sauber ist".

    Solchen Leuten könnten wir überhaupt nicht mehr helfen, denn das kam uns in früheren Jahren mit fünfstelligen Geldbeträgen teuer genug und das Betteln irgendwelcher Politiker ist nicht mein Ding.

    Was ist Aussteigerarbeit?

    EXIT steht m.E. insgesamt vor dem Aus, denn Aussteigerarbeit auf Basis reiner Ehrenamtlichkeit kann nicht funktionieren, zumal es nicht nur Beratung ist, sondern um praktische Hilfen.

    Nur in den seltensten Fällen geht um Leute, die bei uns als Aussteiger mitmachten/mitmachen oder im Fernsehen auftreten. Es sind nicht die Leute, die über Monate gemütlich/ungemütlich in unseren Foren den Nationalsozialismus zu propagieren versuchen.
    Sondern Anlaufstellen braucht es für Leute, die weniger an "die Macht es Wortes" glauben, sondern sich in Klüngeln befinden, die "Taten sprechen lassen" wollen. Und dann "lief was schief".

    Wie lange sie sich mit irgendwelchen Gedanken trugen, ob ihr Opa in der SA oder SS war oder Widerstandskämpfer, wie sie über Auschwitz denken, über Rommel und Dönerbuden, ist zwar für das TV-Publikum und sicherlich auch für uns in den Foren interessant, aber für ihren Anruf bei EXIT ist das vollends belanglos: "Das und das ist passiert. Was soll ich machen?"

    Und was es dann braucht, muss schnell gehen, kostet Geld, braucht Experten oder geht daneben. EXIT wurde zum Markenzeichen und zurecht, obwohl weder räumlich noch personell jemals hinreichend ausgestattet.

    Ein Hauptproblem: Oft sind sie gar nicht "Aussteiger" im Sinne dessen, dass sie sich in ihrem Denken grundlegend verändert hätten. Darum erlebten wir "Rücksteiger" auch nach Dingern, von denen die Betroffenen dachten: "Das reicht endgültig", aber oft schon nach wenigen Tagen war ihnen wieder anders. Die Zeit vergibt und auch die Szene vergibt solche "Aussetzer" weitgehend genug, während der Weg in die zivile Gesellschaft für "Gezeichnete" steinig bleibt.

    Es ist schwierig, wenn man für solche Leute neben ihrem Bedarf an Psycho-Betreuung und Politikdiskussion dann nach Notunterbringung die weiteren Schritte machen will >> Jobs und Wohnungen sucht, Gelder braucht, um ihnen den Umzug zu machen, dann die Anoymität, die oft nicht lange hält, denn wer kann schon darauf verzichten, nicht doch dem einen oder anderen "Kameraden" zu sagen, dass "alles in Ordnung" ist und irgendwann die Adresse, der erste Besuch, der Rückbesuch - und womöglich zurück in die Szene. Zwischendurch zwei weitere Anläufe, der Szene "endgültig" den Rücken zu kehren. Ein Eiertanz zwischen Heulen, Zuversicht und Hass.
    Extremismus ist nur längst nicht immer eine "Frage der Argumente" oder der "Perspektiven", sondern häufig vor allem ein Problem der sozialen Beziehungen. Bücher wären billig, Soziales ist es nicht.

    "Lohnte dann der Aufwand?" - Tja, kommt drauf an, wie man drauf ist, ob einem auch an Menschen liegt, die mühsam sind.

    Wer zur Rechtfertigung seiner Hilfsverweigerung glaubt, das sei alles nicht so schlimm und Prozesse innerhalb der Szene harmloser als das, was man bei Hausdurchsuchungen findet, der macht sich etwas vor.

    Zur EXIT-Öffentlichkeitsarbeit

    Wenn EXIT-Chef Bernd Wagner in den Tagesthemen oder Talkrunden war, kam gut, was er brachte, aber gefragt war er nur zum Rechtsextremismus allgemein. Ähnlich bei den öffentlichen Auftritten unseres früheren Inidia-Mitwirkenden Mathias Adrian >> stets steht die Aufklärung über die Szene im Vordergrund, seltener jedoch die konkrete "Aussteiger-Arbeit" von EXIT.

    Diese Schwerpunktsetzung in der EXIT-Öffentlichkeitsarbeit verwundert nicht, denn das Hauptproblem mit dem Rechtsextremismus ist beileibe nicht, dass welche "aussteigen", sondern welche "einsteigen".

    So jedoch kam die Öffentlichkeitsarbeit "in eigener Sache" zu kurz, was paradox anmutet, denn kaum einem Projekt gelang in so kurzer Zeit ein derart hoher Bekanntheitsgrad wie EXIT als "Anlaufstelle für Aussteiger", obendrein kein Projekt, dass in der Gesellschaft jedermanns Zustimmung hätte, wie es bei sonstigen Hilfsorganisationen der Fall ist, aber auch die Kampagnen von rechtsextremistischer Seite gegen EXIT waren dem Projekt hinsichtlich der Bekanntheit eher förderlich, wenngleich ganz klar auch lästig und stets Aufmerksamkeit bindend.

    Doch Bekanntheit allein genügt nicht, wenn es Gelder braucht, denn mit den spezifischen Problemen der EXIT-Arbeit kommt man schon kaum an die Medien ran, noch schlechter an die Entscheider = Politiker, denen stärker hätte erklärt werden müssen, wie Aussteiger-Arbeit überhaupt funktioniert, was ein "Aussteiger" ist und der "Ausstieg".

    Vorherrschend ist unter Politikern eine Selbstgewissheit, dass sie "ja alle gegen den Rechtsextremismus" sind und "geben schon so viel Geld für Kampagnen aus", aber es geht bei EXIT nicht um Kampagnen, sondern um konkrete Hilfe für einzelne Menschen. - Der Politik aber geht es meist nur um die breitere Öffentlichkeit, denn "nach der Wahl ist vor der Wahl" usw.

    Für gequälte Kinder ist Geld leichter zu bekommen. Da schauen die Sponsoren zwar auch nur in den seltensten Fällen persönlich vorbei, wie die konkrete Arbeit aussieht, aber es sind Kinder - und da wird man helfen wollen. Das ist auch okay.

    Anders bei Projekten für Rechtsextremisten, oft genug recht gewöhnungsbedürftige Leute:-), da ist es mit den Spenden schon deutlich schwerer.

    Wenn uns künftig Rechtsextremisten und Aussteiger um Hilfe bitten, obwohl unsere Seiten seit langem ausdrücklich Abstand nahmen, aber vermutlich macht uns grad das in drängenden Situationen "anziehend", dann werden wir sie nicht mehr an EXIT verweisen können. Und es dürfte wenig bringen, wenn wir sagen: "Wende Dich an den Innenminister."

    Mal überlegen, wie wir uns auf die neue Situation einstellen. Aber es kommt eben auch vor, dass es keine Lösung gibt.

    -msr- >> Diskussion